
Nach unserem Vegasausflug sind nun auch schon die letzten beiden Tage fuer meinen Besucher Erik angebrochen. Diese wollten wir natürlich noch bestmöglich nutzen und haben daher beschlossen, Erik San Francisco, diese völlig verrückte Stadt an der Bay, noch etwas näher zu bringen.
Also ging es samstags morgens los gen Norden, um diesmal nicht nur pures Sightseeing machen. Das ist schwer moeglich, denn diese Stadt lebt in ihrer eigenen Welt und jeder Besuch ist nichts weiter als begaffen und bestaunen der San Franciscoischen Geschehnisse.
Der Samstag startete nach einer Fahrt über die "The Embarcadero" direkt unten am Wasser. Dort kam uns direkt eine Touristen-Gruppe auf Segways entgegen. So finden hier die Stadtführungen statt!, "Welcome to America!".
Nachdem wir ein wenig nach Fahrten auf Alcatraz ausschau gehalten, einige alte Krigsschiffe und U-Boote besichtigt und die bekannte Brotbaeckerei besucht haben ging es dann weiter Richtung Little Italy. Dort haben wir das, meiner Meinung nach, beste Eis gegessen. Wie die das Eis machen, mit echten Fruechten, und davon nicht zu knapp, ist wirklich herrlich. Ein Bananeneis schmeckt tatsächlich wie eine Banane, die aus einer gelben, leicht braun bepunkteten Schale gepellt wurde. Und das Pistazieneis ist braun und schmeckt tatsaechlich wie die Pistazien, die ich so oft in Deutschland verschlungen habe, mir hier aber nicht mehr leisten kann.
Neben Little Italy, dass tatsächlich sehr Italienisch ist und der einzige Stadteil voll mit Restaurants und Cafés ist, der Tische und Stühle auch auf den Gehweg oder Strasse platziert (sonst ist das hier SEHR unüblich), liegt Chinatown. Man sollte Chinatown in der Tat einfach einen eigenen Stadtnamen geben. Da läuft man einen Block aus Italien nach China und fühlt sich tatsächlich als wäre man gerade in China aus dem Bett gefallen. Alle Geschäfte, selbst die amerikanischen Banken, haben plötzlich chinesische Schriftzeichen auf ihren Schildern und Werbetafeln. Selbst die Strassennamen sind chinesisch. Und von den Bewohnern und Passanten brauch ich gar nicht weiter erzählen. Schaut euch am besten das Video in der Galerie an, das vermittelt ein wenig, wie fremd wir uns dort vorkamen.
Nach China ging es dann auf einen kurzen Abstecher über die Dolores in den Dolorespark. Leider an dem Tag wegen des nicht allzu guten Wetters sehr leer und nur von einigen Mexikanern und Hundebesitzern besucht. Ansonsten findet sich hier die Szene der 20-35 jährigen ein und nutzt den Park zum entspannen oder um zusammen Ballspielen, Festen oder sonstigen Zeitvertreiben nachzugehen. Darunter sind viele "typische" San Francisco Bewohner, wobei typisch nicht wirklich ein passendes Wort für irgendwas in San Francisco ist. Hier ist einfach die Vielfalt pur, von Block zu Block, von Mensch zu Mensch. Aber es gibt doch einen Typen Homo San Francisconensis, der mir bisher am häufigsten begegnet ist, was natürlich an meinem Bekanntenkreis hier liegt und der Art Unterkunft, die ich mit Tim gesucht hatte. Dieser Typ beschreibt sich als ein Apple-Besitzer mit alternativer Einstellung, einem grossen Schuss Hippie-Einflüssen aus dem Haight-Ashbury Teil, was sich bei Frauen in BH-Vermeidung und gelegentlichem Tragen von Hippie-Sommer-Kleidern ausdrückt, sowie eine liebe für alles fremde und exotische. Häufig auch ein Geniesser und Weintrinker, Napa Valley ist ja auch nicht weit, und zudem sehr weltoffen, Amerikakritisch (auch wenn es nicht immer das Bush-Toilettenpapier ist) und immer einen passenden Spruch auf Lager. Aber den haben eigentlich alle Amis und sie sind sehr freundlich, solange es nicht um viel Geld, Auto oder Haus/Wohnung geht.
Da Erik natürlich auch mal die übrig gebliebenen Hippies aus San Francisco sehen wollte sind wir auf die Haight Street gedüst und diese im Bereich der Kreuzung zur Ashbury abgelaufen. Dabei haben wir auch einen etwas anderen Klamottenladen gesehen (siehe Bilder). Dieser hatte Kleidung, wie wir sie in die Kleidersammlung schmeissen und zudem ein Schild am Eingang, dass einen auf Deutsch und Englisch um das Abgeben von großen Taschen und Rucksäcken gebeten hat.
Natürlich sprechen einen auf dem Weg ab und zu mal alte Hippies an und faseln etwas im Drogenrausch oder im Wahnsinn. Aber auch völlig abgefreakte Leute mit Arkordeon und einem Outfit wie Till Eulenspiegel spielen um die Gunst einer Gabe.
Nun wurde es langsam spät und der Magen knurrte. Wir entschlossen uns, zumindest ich tat das, nach J-Town, meint Japantown, zu fahren und dort Sushi zu essen. Für Erik als Vegetarier kommen solche Experimente nicht in Frage und er ergab sich einfach seinem Schicksal aber mit der Möglichkeit auch J-Town zu sehen.
Dort angekommen gingen wir ersteinmal über die japanische Anlage und dann auf die Suche nach einem Sushirestaurant. Davon gab's im grossen Shopping Center (wie Viernheimer RNZ) eine Menge und auch einige Teppenyaki Restaurants, aber alle voll mit Japanern und sonstigem Fussvolk :)
Also ab nach Hause und in der Southbay essen und danach mit Vorfreude zurück ins Motel auf eine Runde Schlaf. Eine Fahrt auf Alcatraz am morgigen Sonntag stand schon fest, die Tickets hatten wir bereits gekauft!
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